Gebets-Studio (1)

Vorwort

Ich möchte ab heute das „Gebets-Studio“ einführen.
Menschen aller Religionen können hier ihre Gebetserfahrungen ungezwungen mitteilen.
Ich möchte bewußt weder übermäßig belehrend noch dogmatisch sein. Es soll hier kein „so macht man das“ geben, keine Anleitung, die einen verbindlichen Glaubenssatz, also ein Dogma, beinhaltet, sondern anstattdessen wähle ich die „ich“-Form. ICH habe es so erlebt, und damit Basta. Es gibt 5 Milliarden Menschen, und es gibt 5 Milliarden Arten, zu beten.

Im Kern, in der Mystik, treffen sich alle Religionen.

In der Beschreibung des Unfassbaren (=Mystik) , was wir „innige Gebetserfahrung“ mit „Gott“ nennen.

Insoferne soll dies ein „Mystiker-Club-2“ werden. (Anm. für Deutsche: ‚Club 2‘ ist eine Fernsehdiskussionssendung, in der man andere aussprechen lässt!)
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1 – „Das Licht atmen“

Wenn ich bete, dann gibt es verschiedene Arten zu beten. Eine, und zwar die Grundlegende Art, auf der die anderen „aufbauen“, versuche ich heute im Teil 1 zu beschreiben.
Ich nenne sie „Das Licht atmen“, obwohl es kein Licht ist und kein Atmen.
Das was ich (und wahrscheinlich alle Mystiker) zu beschreiben versuche, ist das alles nicht. Ich könnte all dem 1000 Namen geben, dann wären wir beim Kundalini-Yoga.

Das ist aber nichts anderes als eine andere (indische) Namensgebung, die nichts bringt und hier nur verwirrt. (Wenn ihr umbedingt wollt, kann ich auch über Kundalini-, Mantra- und Bhaktiyoga fachsimpeln, aber da müsst ihr mir bei Bedarf hier schreiben! Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß das einige Leute überfordert.)
Ich versuche es, hier mit „normalen“ Worten zu beschreiben.

Zuerst mache ich mich bereit. Das geht so, daß ich Handy, Computer, Fernseher etc. abschalte und ich mir Zeit nehme. Das ist mir wichtig.

Dann setze ich mich hin, und dann weiß ich: Punkt 2, „ruhig werden„, ist nicht so einfach. Wenn der Puls auf 200 und die Gedanken beim Blog oder sonst wo sind, dann nützt es mir gar nichts zu sagen: „werde ruhig“!

Ein Freund von mir hat mir einmal einen coolen Trick erzählt: Er setzt sich hin, macht die Augen zu, und stellt sich vor, er ist in einem riesigen Zirkuszelt. Rund um ihn Geräusche, Gedanken, die falttern, etc. Und dann, so mein Freund, gehe ich aus dem Zirkuszelt hinaus. Die Geräusche werden leiser und verschwinden und DU bleibst übrig. Das ist jetzt seine Methode, die ich gut finde und daher hier erwähne.

Ich mache das mit Atmen. Also: Ich setze mich hin, mache die Augen zu und dann….dann höre ich im Normalfall meine Gedanken plappern. Ratatata, Blablabla usw. Ich probiere jetzt, nicht zu denken. Also: Aufhören. Ausschalten. Ich bin da mit mir relativ brutal und sage:“…..und AUS!“ – Und dann „schweige“ ich. Also: Meine Gedanken schweigen. Und zwar für eine halbe Sekunde, weil dann irgendein blödes Kommentar (=Gedanke) zu meinen eigenen Gedanken kommt! Also, was kann ich tun, um längere Zeit nicht zu denken?

Ich ATME.

Wenn ich mir selbst beim Atmen zuschaue, dann denke ich nicht. Zumindest plappern nicht mehr meine Gedanken, und das ist schon was. Das ist mein „Opfer“ für Gott, sozusagen. Gusch sein für Gott.

So, und wenn ich „Atmen“ sage, meine ich nicht Atmen im biologischen Sinne. Denn: Atmen ist das, was wir durch Mund und Nase in die Lunge ein- und auspumpen. Nein, das meine ich nicht. Wenn ich „Atmen“ sage, dann stelle ich mir vor, ich atme durch meinen Körper durch. Bei der Kopfspitze hinein, runter in den Bauch, bis in die Beine. Von ganz oben bis ganz unten, duch mich durch. Oder: Von unten nach oben, das kann ganz verschieden sein, bei jedem anders.

Es ist auch keine Luft, die ich atme, es ist diese Äh-Dings-Energie-Licht-Äh-Dingsbums-Äh, das man nicht beschreiben kann. Also: Ich stelle mir vor, ich atme „Licht“ durch meinen Körper, von oben nach unten. Ich atme langsam und tief. Und während ich dieses „Licht atme“, schaue ich mir zu und freue mich und spüre, aber ich denke nicht. Immer, wenn mir ein Gedanke kommt, lasse ich ihn fallen, eventuell mit den Worten „….aber das brauche ich jetzt nicht.“

Früher habe ich immer beim Einatmen meinen Körper mit „Licht angefüllt„, also: Mein Körper hat sich von oben bis unten, wie ein Glas Wasser, mit Licht gefüllt. Immer beim Einatmen ist mein „Licht-Wasser-Stand“ gestiegen.

Ja, weißt du, das ist kein Licht. Das besteht nur aus Licht.

Und dieses „Vollfüllen“, das ist nicht etwas unpersönliches für mich (so wie einige Yoga-Schulen es unterrrichten), sondern für mich ist dieses Licht-Energie-Dings-Äh der Heilige Geist. Also: Wenn ich „Licht atme“, dann „schenke“ ich das den lieben Gott. Also: „widmen“, oder „opfern“, oder: ich „schaue“ zu Gott, oder probiere es. Weil das ja Gott ist, im Licht. Lichtwasser. Lichtluft. Licht-Energie-Wasser-Luft. Oder so. Und wenn ich ihn atme, dann dann ist das für mich beten. Einfach ihn vertrauen, er hilft dir weiter.

So habe ich das eine Zeit lang gemacht, dann habe ich etwas anderes probiert. Aber das kommt, wenn ihr wollt, in der nächsten Folge.
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Mystiker-Club 2: Du bist dran. Wenn du willst. Es wäre schön, von deinen Erfahrungsschatz zu hören und zu lernen. Ich freue mich über jeden Menschen, mit dem ich darüber reden kann. Die meisten halten einen für verrückt. Wir hier nicht.

9 Antworten to “Gebets-Studio (1)”

  1. Ach, ich weiß nicht. Mir ging es schon immer ein bissel so wie dem Wächterengel in Dogma „Gott hat einfach nicht mehr zugehört“. Aber seit ich meine Kinder nicht mehr sehen kann, kann mir Gott auch gestohlen bleiben. Am liebsten würde ich ihm eins reindrehen. Aber es ist nicht einfach sich an Gott zu rächen. Da ist mir noch nichts eingefallen, was mir gefallen würde.

  2. gute Fee Says:

    Ich bin zur Zeit auf was Neuem.
    Dazu muss ich erklären:

    Also, seit ca. 2 oder 3 Wochen lese ich (nach langer Zeit) in der Bibel, welche – ach ne?! – NICHT NUR AUS DEN EVANGELIEN und der Schöpfung besteht.
    Sprich: Viele Teile der Bibel finden im Allgemeinen ausgesprochen wenig Beachtung.

    So zum Beispiel auch die Psalmen und Sprichwörter.

    Das ist durchaus schade. Warum? Also ich drücks mal so aus:
    Mit der poetischen Gewalt so mancher Psalmen, kann selbst ein Shakepeare nicht mithalten.
    Überwältigend!

    So lese ich also zZ in den Psalmen, wenn es Zeit und Laune zulassen – wobei die Laune bei mir verlässlicher ist als die Zeit😉 ..und erfreue mich an ihnen, wie man sich sonst eben an schöner Dichtung erfreuen mag.

    Während ich so die Psalmen lese, habe ich meist einen Textmarker dabei. Neongelb. Der dient dazu, mir ‚besondere‘ Stellen zu markieren.

    Was sind für mich besondere Stellen?
    Das sind solche Verse und Textabschnitte, die mein Herz, meinen Bauch.. ..naja, und wenn es sich nicht vermeiden lässt, auch meinen Kopf berühren. Das sind solche Stellen, bei denen ich merke „ey, das wär ein gutes Gebet oder Mantra“. Das sind Auszüge, die sich wie Inflone an meine spirituellen Venen setzen und langsam aber stetig mystische Intensität – nennen wir es der Einfachheit halber: Hl Geist – einträufeln, wie durch einen Tropf im Spital.
    Das sind NICHT unbedingt die ‚poetisch reinsten‘, sondern jene, die mein Naturell reizen.

    Jedenfalls, betreibe ich dieses Psalmengelese nun seit wenigen Wochen und letzten Sonntag (also gestern) hab ich nun damit begonnen, den ersten von mir markierten Textauszug zu beten oder besser: zu begeisten.

    Das hat, mit Verlaub gesagt, geschmeidiger hingehauen, als ich erwartet hatte. Das war ECHT GUT! *freu*

    Info am Rande: Die erste, von mir zum Beten markierte Stelle im Buch der Psalmen ist Ps. 20, 8 (für solche, die sich da nicht so auskennen: Das bedeutet Psalmen, Nummer 20, Vers 8)
    „Die einen sind stark durch Wagen, die andern druch Rosse, / wir aber sind stark im Namen des Herrn, unsres Gottes.“

    Na brack! Der Vers is‘ eingfahrn, das kann ich euch versichern!
    Also so spirituell mein ich.. ..ihr wisst schon.
    Supersonic high intensity!
    Bist du nicht dicht!!

    Was ich gemacht habe, war nichts anderes als einen Rosenkranz herzunehmen, den Anfang ganz normal zu machen und ab den Dekalogen (für Nicht-Insider: 1 Dekalog = 10 Ave Maria im Rosenkranz) statt den Ave Marias eben diesen Psalmenvers in mich hinein zu brabbeln – äh, oder aus mir heraus, wie auch immer.
    Am Ende jedes Dekalogs ein dreifaches „Hl. Gott. Hl., starker Gott…etc“ und dann wieder Start mit einem Pater Noster (Latein) und wieder 10x der Vers usw.

    Das hat garnicht lang gedauert, war aber voll intensiv. Hinzu kommt, dass ich das so noch nie gemacht habe. Also war bei mir sicherlich der ‚Kick‘ der neuen Erfahrung dabei.

    Resümierend kann ich sagen, dass die Erfahrung für mich so positiv war, dass ich heute bereits wieder gezommt habe, zum nächsten von mir markierten Textabschnitt in den Psalmen (25, 4-5):
    „Zeige mir, Herr, deine Wege, / lehre mich deine Pfade!
    Führe mich in deiner Treue und lehre mich, / denn du bist der Gott meines Heiles. / Auf dich hoffe ich allezeit.“

    ..und siehe da: Ging wieder voll ab!😉

    Ich halte vorläufig also fest:
    Bibel zum Zommen: Prädikat EMPFEHLENSWERT.

    Zum Abschluss noch ein Auszug aus den Psalmen, der sich aufgrund seiner Länge, zum Meditieren für mich nicht so eignet, den ich aber sehr schön finde: Ps 42 – „SEHNSUCHT NACH DEM LEBENDIGEN GOTT“ [Für den Chormeister. Ein Weisheitslied der Korachiter.]

    „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.
    Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
    Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?
    Tränen waren mein Brot bei Tag und bei Nacht; denn man sagt zu mir den ganzen Tag: „Wo ist nun dein Gott?“
    Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke: wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar, mit Jubel und Dank in feiernder Menge.

    Meine Seele, warum bist du betrübt und unruhig in mir?
    Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.

    Betrübt ist meine Seele in mir, darum denke ich an dich im Jordanland, am Hermon, am Mizar-Berg.
    Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser, all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin.
    Bei Tag schenke der Herr seine Huld; ich singe ihm nachts und flehe zum Gott meines Lebens.
    Ich sage zu Gott, meinem Fels:
    „Warum hast du mich vergessen?
    Warum muss ich trauernd umhergehen, von meinem Feind bedrängt?“
    Wie ein Stechen in meinen Gliedern ist für mich der Hohn der Bedränger;
    denn sie rufen mit ständig zu: „Wo ist nun dein Gott?“

    Meine Seele, warum bist du betrübt und bist so unruhig in mir?
    Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.“

    LGGF

  3. Ach im Call of Duty würde ich mich nicht aufs Beten verlassen, da fahre ich lieber Panzer. Also mit nem Panzer hält man schon ein paar Schüsse aus, der Glaube hilft da wenig. Die richtige oder falsche Entscheidung führt zu Sieg oder Niederlage.
    Ich finde die Bibel nicht schlecht, auch wenn sie zuweilen gewaltätig zu weilen langweilig ist.
    Als ich noch religiös war habe ich mir auch eingebildet, das Beten was bringt. Aber ich hatte auch schon damals das Gefühl, das ich mich selbst verarsche. Ich kann damit einfach nichts anfangen. Aber schön für die, die dabei etwas empfinden.
    Religiöse Gefühle habe ich eigentlich nur, wenn ich Drogen nehme. Pilze, Haschisch(Segen), XTC, Koks, da kann ich mit religiösen Gefühlen was anfangen. Aber so…

  4. CrippLeD SaM Says:

    @Sayadin:

    Heißt in der Bibel „Weihrauch“.

    Gott alleine weiß, was die damals da reingetan haben….hehehe🙂

    War aber auf ALLE FÄLLE kosher.🙂

    MFGCS

  5. CrippLeD SaM Says:

    @GuteFee:

    Sehr schön. GUT!

    DANKE!

    Mein Zugang zum Mantra/Rosenkranzbeten kommt nächste Folge.

    MFGCS

  6. Also ich mache seit jahren kundalini yoga – aber das mit atmen und licht habe ich nicht verstanden😉

  7. CrippLeD SaM Says:

    @TVDame:

    Das ist ja das Problem mit den meisten Yoga-Schulen. („Power“-Yoga etc.)

    Da werden die ‚Asanas‘ mit ‚Yoga‘ verwechselt.

    Leider, leider, leider kenne ich ur viele Yoga-Schulen, die man eigentlich in „Asanas-Schulen“ umtaufen müsste.

    Ich hatte ein ur Glück – ich habe damals ein indisches und religiöses Yoga-Buch bekommen. Das überfordert ein bißchen (vor allem, wenn man sich mit den Gottheiten, ihren Eigenschaften etc. nicht auskennt), ist allerdings sehr sehr genau.

    Also, zu deinem Kommentar, in Fachchinesisch:

    Das „Brahman“ zu erkennen ist das Ziel. Das Brahman ist das ‚Göttliche Alles‘. Jeniges ist die Ur-Energie. Das haben die meisten R’shis als „Licht“ beschrieben.

    „Yoga“ heißt hier „Vereinigung“, das nennt man die Meditation NACH den Asanas. In jener Meditation versucht man, nicht zu denken.

    Eine Geschichte, die es (vielleicht) erklärt:

    Die Göttin Parvati (Die Gattin Shivas, auch „Shakti“) – in erster Inkarnation – meditierte. Sie meditierte und meditierte, konzentreirte sich auf Shiva. Da erschinen ihr alle Götter, um sie zu segnen. Sie standen vor ihr, aber sie meditierte weiter. Sie konzentrierte sich so sehr auf Gott Shiva, daß sie nicht einmal mitbekam, daß die Götter sie riefen.
    Da verbeugten sich die Götter vor ihr und sagten: „Wir kamen, um dich zu segnen; Nun aber sehen wir dich: Segne DU uns!“

    Hihihihi🙂

    MFGCS

    P.S:

    http://hanumanji.wordpress.com

    GRATIS Mantra-Musik (von mir höchtpersönlich gemixt!!!!)
    6000 Inder (die sich’s schon runtergeladen haben) können nicht irren!

  8. TVdame Says:

    Hey!!! Das ist cool, das mit Musik. Die ist auch immer so schwer zu finden, ich habe`s immer von unserem Zentrum genommen und überschrieben.

    Asanas ist ja körperliche Übung, oder? Wir machen das übrigens gar nicht. Und das mit Gottheiten ist mir persönlich too much, ich habe das Kapitel bis jetzt gar nicht unter der Lupe genommen und glaube, ich werde das auch nicht machen..

  9. Your writing style says a lot about who you are and in my opinion I’d have to say you’re insightful. This article reflects many of my own thoughts on this subject. You are truly unique.

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