Gebetsstudio (2) – Das Rosenkranzgebet, einmal anders


Das „Gebets-Studio“ soll ein Ort des Austausches von Gebetserfahrungen sein. Hier wird unkompliziert aus dem Nähkästchen geplaudert.

Kapitel 2: „Das Rosenkranzgebet, einmal anders“

Ihr kennt sicherlich (?) die klassischen katholischen Gebetsketterl, den sogenannten „Rosenkranz“ mit 5 x 10 kleinen und dazwischen 1 großer Perle, usw usf.:

Aber diesen Rosenkranz meine ich nicht.

Wenn du die klassischen 4 Rosenkränze beten willst, dann verweise ich dich an die römische Konkurrenz im Vatikan.

Ich praktiziere eine andere, neue Art, Rosenkranz zu beten. Ich nehme mir irgendein Ketterl, mit soviel Perlen, wie ich will, schaue jedoch darauf, daß möglichst alle Perlen gleich groß sind.

Als nett und gut geeignet haben sich die buddhistischen/hinduistischen Gebetsketterl erwiesen:

Man kann sich aber auch Ketterln selberbasteln mit 100 Perlen, oder soviel man will, mit einem Kreuz usw.

Kurz und gut, ich schnappe mir mein Ketterl, und los geht’s.

Mein erstes Grundgebet lautet:

GLORIA IN EXCELSIS DEO

Also: „Ehre sein Gott in der Höhe“.
(Deswegen nenne ich meinen Rosenkranz auch scherzhaft „Glorianz„)
Und los geht’s: 100 Mal „Gloria in excelsis Deo, Gloria in excelsis Deo, Gloria in excelsisi Deo, Gloria….“
Ich versuche, mich in diesen Worten zu entspannen, mich „schlafen zu legen“, nicht zu denken.
Und wenn man eine ganze Rundung gebetet hat, dreht man um, und betet den Weg zurück. Usw usw.

Wenn ich bete, dann flüstere ich leise. Das hat mehrere Vorteile: 1. ist es leise und geht den Anderen nicht am Arsch, 2. kann man, wenn man flüstert, sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen beten sowie 3. wie beim letzten Mal erzählt, gleichzeitig „das Licht atmen“ (Vorige Folge)

Und dann geht’s los. Denn spätestens nach gefühlten 10 Minuten kommt der erste Gedanke. Während ich mit geschlossenen Augen bete, denkt in mir etwas anderes.  Also: ich denke, während ich bete. Sobald ich das wahrnehme, höre ich auf zu denken, indem ich denke: Gloria in excelsis Deo, Gloria…., und das synchron mit dem Beten.
Auf diese Weise kann man sich immer wieder in dieses meditative Nicht-Denken fallen lassen. Das kann man ungefähr so verstehen: Ich denke nichts ausser Gloria in excelsis Deo. Denke ich mehr, dann denke ich Gloria in excelsis Deo.

Im Gegensatz zum Stillegebet, wo man den aufkommenden Gedanken fallen lässt, wandelt man beim Rosenkranzgebet den aufkommenden Gedanken IN das Gebet, indem man es betet UND denkt (Gleichzeitig, synchron) und eben dadurch der Gedanke fallen gelassen wird.

Jetzt wirst du dich vielleicht fragen: Wieso eigentlich Gloria in excelsis Deo und nicht was Anderes? …Ja, eh. Man kann eh beten, was man will. Aber laut einem Konzil vom Jahre Schnee (das müsste so rund um das Konzil von Chalzedon gewesen sein….oder so) beten die Engel im Himmel rund um die Uhr das Gloria. In modernem Deutsch: 24/7/365.
Und das will ich auch. Und deswegen bete ich ja auch „Gloria“ die ganze Zeit.

Doch…nach einiger Zeit wollte ich MEHR beten. Also fand ich ein Gebet, das mittlere Gloria:

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit, und in Ewigkeit, Amen.

Jeniges Gebet ist geradezu prädestiniert zum Rosenkranz-Gebet! 1A, Spitze, Geil! Ultra, 1st Class, Super! Nur zu empfehlen! Geheimtipp! 100 x 1/Tgl! Oder öfter! Ein wunderschönes Rosenkranzgebet! Bussi!

Abschließen (und manches Mal auch Anfangen) lasse ich das ganze durch das große Gloria. Das ist jenes, welches in jeder Hl. Messe gebetet werden sollte, aber am liebsten gesungen wird (weil’s gesungen kürzer ist):

Ehre sei Gott in der Höhe/ Und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.
Wir loben dich, wir preisen dich, wir beten dich an/ wir rühmen dich und danken dir/ denn groß ist deine Herrlichkeit.
Herr und Gott, König des Himmels, Gott und Vater/ Herrscher über das All /Herr, eingeborenen Sohn, Jesus Christus
Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters/ Du nimmst hinweg die Sünde der Welt/ erbarme dich unser
Du nimmst hinweg die Sünde der Welt/nimm an unser Gebet/ Du sizest zur Rechten des Vaters/ erbarme dich unser
Denn Du allein bist der Heilige, Du allein der Herr, Du allein der Höchste/ Jesus Christus, mit dem Heiligen Geist/ zur Ehre Gottes des Vaters, Amen.

Aber in letzter Zeit bekomme ich schon einen Gusto, das große Gloria 100 mal zu beten…. schmeck, schmeck! Aber so weit bin ich noch nicht, das kommt in einer anderen Folge des Gebets-Studios.

So habe ich’s, andere haben’s anders.
Ich hoffe, dir gedient zu haben.

6 Antworten to “Gebetsstudio (2) – Das Rosenkranzgebet, einmal anders”

  1. Wobei für jeden der „Auftrag“ (soll heißen: Gebetsauftrag) ein anderer sin kann: Das kurz angesprochene „Stillegebet“ kann manche für die eigentliche Form des Gebetes sein: Da soll jeder selber draufkommen, ob er sich durch das Sätze-Beten abgelenkt fühlt (kann passieren, dass man durch das Wort von der Ruhe wegkommt), oder nicht.

    Oder, Mischform: Das Plaudern mit Gott.

    Wie dem auch sei, erst mal herausfinden, welcher Gebets-Typ man eigentlich ist.

    LGKNI

  2. Eh klar. Das ist ja auch kein Entweder- Oder Stillegebet, das ist auch kein blablabla haben wir schon im Vorwort vom 1. Kapitel durchgekaut.

    Brauchst jetzt aber nicht bei jeder Folge mit dem Gebetsauftrag, der bei jedem eh anders ist, kommen.

    Ich sage, was ICH da so mache, und du kannst schreiben, was DU so machst. Also: Stillegebet!

    MFGCS

  3. Nein, so klar ist das nicht.

    Beim „Runter-Rattern“ besteht für etliche die Gefahr, sich gerade im „Dauerplappern“ abzulenken.

    Also ganz einfach: Wer ein Dauerplapperer ist, wird sich mit dieser Gebetsart wohl fühlen, andere nicht.

    Ad: „Brauchst jetzt aber nicht dauernd….mit dem Gebetsauftrag kommen“:

    Doch schon!

    Denn für manche ist eben diese Auftragssuche wichtiger Teil des Gebets – und da sieht man wieder mal, dass eben die Aufträge so verschieden sind, dass das andernorts gar nicht verstanden werden kann.

    Auch klar.

  4. Huhu!

    Wollt einfach nur so mal meinen status quo dazusenfen..:

    Aktuell gehts mir voll gut mit 3 Runden Rosenkranz am Stück beten, und zwar zusammengestöpselt aus (relevanten) Inhalten verschiedener Gebete, etc.. Also:
    1. Runde:
    Kleine Perlen: Durch sein schmerzhaftes Leiden hab erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt. (..für eine andere Person)
    Große Perlen: Allmächtiger Gott, gieße Deine Gnade.. etc (vom Angelus) ODER
    Glory be to God, who has shown us the light. Glory be to God, who has shown us the light. Lead me from darkness to light. Lead me from sadness to joy. Lead me from death to immortality. Glory be to God, who has shown us the light. (Irishes Gebetslied)
    2. Runde:
    Kleine Perlen: Gloria in Excelsis Deo. (Dankesgedanken dabei eben für äh.. Dankenswertes …je mehr man das macht, desto mehr fällt einem ein!)
    Große Perlen: Die einen sind stark durch Wagen, die anderen durch Rosse. Wir aber sind stark im Namen des Herrn, unseres Gottes. (aus den Psalmen)
    ODER
    Glory be to God, who has shown us the light…etc.
    3. Runde:
    Kleine Perlen: Lumen Christi, Deo grazias. (..im totalen Bewusstsein der wunderbaren Gnade des Betenkönnens und -dürfens und -wollens durch Gottes Geist/Liebe. Das flasht!!)
    Große Perlen: — zomm —
    ODER
    Glory be to God, who has shown us the light…etc.

    Ist derzeit meine tägliche Gebetsübung und ist voll gut für mich. In der Bim. In der Kapelle. Bei der Messe…

    Ja, wie gesagt, wollt einfach auch mal wieder was zum Thema Gebetsstudio posten🙂

    LGGF

  5. CrippLeD SaM Says:

    @GuteFee:

    DANKE!

    Ich werd‘ gleich probieren! Persönlich bin ich jetzt auf Latein als Gebetssprache gekommen. Ist aber jetzt eine Vorliebe von mir.

    MFGCS

  6. Tja, wenn Du an einer buddhistischen Gebetsschnur den Rosenkranz beten willst, dann muss ich Dir sagen, dass dies nicht viel Segen bringt. Schau Dir dazu einfach die Vatikandokumente an und Du wirst sehen, dass Buddhismus und Christentum nicht zusammenpassen. Das wäre ungefähr so, wie wenn Du heiratest und nach der Trauung in der Kirche eine Party in einem Nachtclub besuchst, wo Du dich – Deine Frau an der Seite – an den nackten Frauen ergötzt.

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